Berlin hat ja – wie wir alle wissen – eine ganz besondere Beziehung zu Fahrrädern. Sie werden uns geklaut, sie stehen herum und manchmal weiß man gar nicht, ob sie nicht eigentlich schon auf den Sperrmüll gehören. Gefühlt täglich begegnen uns hier bei Notes of Berlin Zettel wie diese:

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Oder so etwas:

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Irgendwas müsste man mit diesen Fahrradleichen mal anfangen! Das dachte sich auch Stuart N.R. Wolfe. Der Künstler und Designer aus London lebt seit seiner  Kindheit (immer wieder) in Berlin und macht nun seit 2 Jahren Designer-Lampen aus Fahrradteilen.

Das wollen wir uns doch etwas genauer ansehen: wir fahren zu Stuart in seine Atelier-Wohnungs-Werkstatt nach Kreuzberg. Ganz klassisch gibt es erst einmal einen schwarzen Tee mit Milch. Stuart ist Ende 50 und in London geboren. In Berlin ist er zur Schule gegangen und hat seitdem schon in Indien, Afrika, Rom, Paris und New York gelebt. Seit „netto“ 25 Jahren ist er nun in der Hauptstadt. Er ist Bildhauer, aber auch  Möbelbauer, Schauspieler und ausgebildeter Physiotherapeut und Osteopath. Seit ein paar Jahren hat Stuart neben der Kunst das Design für sich entdeckt.

„Ich glaube, dass ein Künstler die Verpflichtung hat Kommentare zu machen. Es geht um die persönlichen, aber natürlich auch die sozialpolitischen, philosophischen Gedanken die man hat.“ erzählt er uns, in einem Sessel in seinem Atelier sitzend.

Berlin Fahrrad Lampen

Mit seinen Lampen verfolgt Stuart ein ganzheitliches Konzept, bei denen er sich mit allen relevanten Aspekten – von der Herkunft der Ressourcen über faire Produktionsbedinungen und das Design bis hin zu den individuellen Vorstellungen der Kunden – beschäftigt. „Every litte bit counts“ meint Stuart, deswegen ist es ihm so wichtig, seine Design-Unikate aus recyceltem Material (aka die guten alten Fahrradleichen) zu fertigen.

Gleichzeitig ist es auch eine „gewisse Hommage an Berlin“. So hat er die verschiedenen Lampen nach Straßen und Plätzen in Berlin benannt. Bislang fertigt er alle Lampen noch selbst an, er plant aber bald mit sozialen Werkstätten zusammen zu arbeiten: „Es ist auch ein Teil meines Konzeptes, dass wenn ich daraus ein Business mache, auch andere Leute davon profitieren. Und wenn andere Leute davon profitieren, finde ich es schön, dass ich mir aussuchen kann, wer das ist.“

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Was für eine gute Idee! Und hübsch sehen sie auch noch aus. Mittlerweile kann man Stuarts Lampen auf verschiedenen Design-Märkten und auf seiner Seite kaufen. Ist doch schön, wenn man die Ästhetik auch mit dem Umweltschutz verbinden kann und so den alten Fahrrädern auf den Straßen noch neues Leben einhaucht.

Stuart Werkstatt Lampen Fahrrad

Danke für das schöne Gespräch, Stuart. Und den Tee :)

Hier noch einmal der Link zu Stuarts Webseite

 

Geschrieben von Nadine Barabas

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